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Rundgang durch Zons

Stadt Zons - die Zollfestelageplan_1

 Die Befestigungsanlage Zons, die sowohl die Stadt als auch die Burg einschließt, wurde als trapezförmiges Rechteck (Seitenlängen von ca. 310 x 260 m -7,1 ha) angelegt. Der Rhein- oder St. Petersturm und der Krötschenturm an der Nordseite sowie der Mühlenturm und der Schloßturm mit Eisbrecher an der Südseite bilden als Wehr- und Wachtürme die vier Eckpunkte dieser Stadtanlage. 


Beginnen wir unseren Rundgang vor dem Rheintor.

 rheintu1Im Jahre 1860 mußte das Rheintor bis auf einen Bogen aus Hausteinen der Kapelle zur Hl.Dreifaltigkeit, die durch Franziskaner errichtet wurde, weichen. Das Zollhaus links neben dem Rheintor und die Kapelle dienten von 1856 bis 1882 dem Orden der Franziskanerinnen und von 1896 bis 1960 dem Orden der Vincentinerinnen als Klosteranlage. Uns rechts haltend, gehen wir nun auf dem ca. 300 m langen Wall entlang der nördlichen Stadtmauer. Unmittelbar an unseren Spazierweg angrenzend liegt vor uns der im Mittelalter mit Rheinwasser gefüllte Stadtgraben, der u.a. die Stadtmauer, welche aus Feldbrandziegel, Basalt, Trachyt und Tuffstein errichtet wurde, sicherte. nordmau1Die Stadtmauer zeigt neben den in regelmäßigen Abständen angelegten Schießscharten drei Wachhäuschen mit den für Zons typischen Pultdächern und Spitzbogenfriese als Konsolen für die Wachhäuschen. An der Nordostecke der Stadtmauer erhebt sich über einem quadratischen Grundriß von 9,5m Seitenlänge der sechsgeschossige Rhein- oder St.Peters-Zollturm. Dieser Turm diente der Zollabfertigung und war gleichzeitig die gefürchtete Tributstätte aller Schiffsleute, da keiner passieren konnte, ohne den obligatorischen Zoll zu entrichten.Das Gegenstück dieses Turmes bildet der an der Nordwestecke erbaute Krötschenturm, der zeitweilig als Wehr-, Wachturm bzw. Verlies, Speicher und Lagerstätte diente. Es ist nicht auszuschließen, daß dieser Turm u.a. in Pestzeiten erkrankte Personen aufnahm, um sie von gesunden Personen zu isolieren und daher auch vermutlich die Bezeichnung Krötschenturm („en al Krötsch“ bedeutet soviel wie eine immer kränkelnde Person) erhielt. a_kroeturmDie am Krötschenturm angrenzende westliche Stadtmauer gleicht im Aufbau und Anlage der Nordmauer. Neben den beiden Wachtürmchen dominierte an der Westmauer bis in der ersten Hälfte des 19.Jahrhunderts das Feldtor. Das ehemalige Doppeltor wurde im äußeren Bereich 1833 und im inneren Bereich 1842 aus verkehrstechnischen Gründen (Heuwagen konnten z.B. in der Erntezeit die Tordurchfahrt schwer passieren) entfernt. Im nördlichen Teil der westlichen Stadtmauer wurde 1861 das obere Mauerwerk teilweise abgetragen, um die Lichtverhältnisse für die im unmittelbaren Bereich der Stadtmauer errichteten Häuser zu verbessern.


schwein1Bei Überquerung der Schloßstraße in Höhe des ehemaligen Feldtores wird im rechten Bereich der Schweinebrunnen sichtbar. Die im Jahre 1959 / 1960 erbaute Brunnenanlage erinnert an die „Zonser Schweinefehde“ 1575/77. Eine Erklärung ist auf der linken Seite der Standfigur eingemeisselt.Nach kurzer Wegstrecke entlang der Westmauer erreichen wir den südwestlichen Eck- und ehemaligen Befestigungsturm, der vermutlich im 17. Jahrhundert nach dem Vorbild einer holländischen Mühle um gebaut wurde. Die Mühle, die bis im Jahre 1907 in Betrieb war, als bei einem orkanartigen Sturm die Flügel zerbrachen, kann heute nach erfolgter und vollständiger Restaurierung in den Jahren 1965/66 wieder besichtigt werden. Der Ein- und Aufgang zur Mühle befindet sich an der Innenseite der Südmauer am Ende der Mühlenstraße. Eine Turmbesteigung dieser noch einmalig erhaltenen Windmühle lohnt immer.muehle4 Einmalig ist der Fernblick vom Turm bei klarer Sicht ins Bergische Land, zum Kölner Dom, zum Düsseldorfer Sendeturm und über die Stadt. Vom Mühlenturm über den Wallgraben in die östliche Richtung wandernd ist zunächst die ungefähr ca. 30 m vor der südlichen Stadtmauer vorgelagerte Schutzmauer zu sehen. Durch diese Schutzmauer und die südliche Stadtmauer mit Wachtürmchen wurde der Zwinger der ehemaligen kurkölnischen Landesburg Friedestrom gebildet. Der innere, vorgelagerte, ehemalige Wassergraben trennt beide Mauern. Das Südtor, ebenfalls als Doppeltor angelegt, wurde im Jahre 1983 restauriert. Oberhalb des Torbogens steht in einer Nische eine steinerne Madonnenfigur als Schutzherrin (Aufbewahrungsort des Originals - suedmauvermutlich 14. Jh.- im Kreismuseum). Das Wappen des Erzbischofes und Erbauers von Zons, Friedrich von Saarwerden, und das kurkölnische Kreuz (stark verwittert) sind rechts und links neben der Nische angebracht.


frielb1Östlich des Südtores befindet sich eine der schönsten Freilichtbühnen im Lande Nordrhein-Westfalen. Die Bühne wurde im Jahre 1935 durch eine Handvoll interessierter Zonser Theaterfreunde geschaffen. Aufgrund eines Beschlusses der Spielschar der Bühne werden seit über 50 Jahren mit großem Erfolg Märchenspiele aufgeführt. Durch die aufwendige Ausstattung dieser Märchen und ihrer Darstellungsart mit Spiel und Tanz ist es der Spielschar gelungen, etwas Eigenständiges für Kindergärten, Schulen, Gruppen und den Familienbesuch zu schaffen. Nach Verlassen des Zwingers und Fortsetzung des Spazierganges in die östliche Richtung erreicht man den südöstlichen Eckturm der Befestigungsanlage, den sogenannten Eisbrecher. Am Fuße dieses halbrunden Turmes,eisbre1 der als Bollwerk und zum Schutz der Burganlage gegen eventuelles Treibeis angelegt wurde, erkennt man auch heute noch deutlich die Spuren der Treidelseile. Als im Mittelalter der Eisbrecher noch von den Fluten des Rheins umspült wurde und der Treidelpfad im unmittelbaren Bereich vorbeiführte, haben die Seile der rheinaufwärts treidelnden Schiffe diese Schleifspuren in das relativ weiche Trachytgestein gegraben. Bei Begehung des Treidelpfades in die nördliche Richtung läßt die wehrhafte Ostmauer eine versetzte Bauweise erkennen, die sicherlich als Schutz gegen das immer wiederkehrende Treibeis auf dem Rhein und der Verbesserung der Strömungsverhältnisse in diesem Bereich dienen sollte. An den im unteren Bereich der Mauer sichtbar angebrachten großen Eisenringen wurden zur Zeit der Treidelschiffahrt die Schiffe angeleint (festgemacht). Die Doppelbezeichnung des Treidelpfades als Leinpfad ist auf das Anleinen der Schiffe an diesen Ringen zurückzuführen.ostmau1 Im oberen Drittel der Ostmauer sind drei original steinerne Kanonenkugeln zu sehen, die bei Ausgrabungen in der Burg Friedestrom gefunden und als Anschauungsmaterial für die vielen Besucher in das Mauerwerk eingelassen wurden. Die heute zugemauerte Schlupfpforte war früher der einzige Ausgang an der Ostseite der Stadtmauer.


museumNach Verlassen des Treidel-Leinpfades und Durchschreiten des Mauerdurchbruchs sehen wir links das sogenannte ehemalige “Herrenhaus“, in dem seit dem Jahre 1972 das Kreismuseum des Kreises Neuss mit der größten Jugendstil-Zinnsammlung in Deutschland untergebracht ist. Besucher aus nah und fern geben sich im Kreismuseum, das aufgrund seiner hervorragenden und vielfältigen Wechselausstellungen, Vorträgen, Konzerte, Exkursionen und sonstigen kulturellen Aktivitäten weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinaus bekannt ist, ein Stelldichein. Dem Kreismuseum gegenüber wurde in dem aus dem Jahre 1714 stammenden und zeitweilig als Knechtehaus dienenden Gebäude die Tourist-Information integriert und nördlich angrenzend im Hof ein Kräutergarten angelegt. buescher2Vorbei am Kräutergarten über den Schloßplatz gehend, schwenken wir in die romantische Straße von Zons, die Rheinstraße ein. Auf der Ostmauer sind noch zwei der ursprünglich drei achteckigen, gotischen Wachtürmchen, die im Volksmund “Pfefferbüchsen“ genannt werden, erhalten. Die Zonser Pfefferbüchsen sind die einzigen Bauten dieser Art im Rheinland. Hochwassermarken am Wachtürmchen und am Haus Nummer 20 legen auch heute noch Zeugnis ab von den zahlreichen Überschwemmungen, von denen Zons heimgesucht wurde. Die schmalen, hochgiebeligen Häuser in der Rheinstraße vermitteln einen lebendigen Eindruck des einstigen Stadtbildes. rheinstAm Ende der Rheinstraße, in direkter Nähe des Rheinturms, stehen die ältesten Häuser der Stadt, die bei dem großen Brand im Jahre 1620 verschont blieben. Das Haus Nr. 5 zeigt in eisernen Ankern die Jahreszahl 1620. Oberhalb der Haustüre wurde in Form eines Reliefs ein Anker und Nebelhorn in das Backsteinmauerwerk eingelassen. Vermutlich war in diesem Haus zeitweilig eine Orderstation der Rheinschifffahrt. An der Südseite des Rheinturmes, etwa auf halber Höhe, sind zwei Spitzbogennischen vorhanden, in denen bis in den 60er Jahren die Figuren des Hl. Petrus und des Erzbischofes Friedrich von Saarwerden zu sehen waren. An der Westseite des Rheinturmes, oberhalb des inneren Torbogens befand sich im Mittelalter die Wachstube der Zöllner.

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Sowohl der Rheinturm/Zollturm/Petrusturm als auch der Torbogen und die Wachstube wurden in den Jahren 1991 /92 restauriert. Vom inneren Torbogen in die westliche Richtung wandernd zeigt sich die Innenseite der Nordmauer nach den abgeschlossenen Restaurierungsarbeiten in seiner ganzen Schönheit. Entlang der Innenseite der Nordmauer erreicht man über die Hubertusstraße die dreischiffige, neugotische Hallenkirche. Diese Kirche ist dem Hl. Martinus geweiht und wurde in den Jahren 1875 / 79 durch den Kölner Dombaumeister Vincenz Statz erbaut.

PS: Sehr geehrte Besucher, sollten Sie mehr über Zons erfahren wollen, empfehlen wir eine sachkundige Stadtführung. Vermittlung und Buchung nur über die Touristinfo Zons, Tel. 02133/2762815, Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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